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#8/11: Kinder stark machen — Selbstwirksamkeit in der Erziehung fördern

Einleitung

Schon in jungen Jahren legen sich wichtige Grundlagen für Selbstwirksamkeit. Kinder, die spüren, dass sie Einfluss auf ihr Leben haben, lernen Herausforderungen anzunehmen, zu experimentieren und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Eltern, Erzieher:innen und Bezugspersonen haben hier großen Einfluss — und können mit gezielten Methoden helfen, dass Kinder früh ein starkes Gefühl „Ich kann das“ entwickeln.



Warum Selbstwirksamkeit bei Kindern besonders wichtig ist

  • Selbstwirksamkeit fördert Motivation, Durchhaltevermögen und Neugier bei Kindern — sie probieren neue Dinge eher aus und geben nicht gleich auf, wenn etwas schwierig wird. NESCA+2Frontiers+2

  • Sie unterstützt emotionale Stabilität und Wohlbefinden: Kinder mit hoher Selbstwirksamkeit erleben weniger Angst, haben bessere Bewältigungsstrategien und fühlen sich kompetenter. PMC+2Frontiers+2

  • Früh geprägte Selbstwirksamkeit wirkt sich auf spätere Lern- und Sozialverhalten aus — in Schule, Freundschaften und bei der Gestaltung des eigenen Lebens. Frontiers+1


Wissenschaftliche Grundlage

  • Banduras Theorie der Quellen der Selbstwirksamkeit (Mastery, Beobachtung, verbale Überzeugung, emotionale/physiologische Zustände) gilt auch bei Kindern. Frontiers+2PMC+2

  • Ein Artikel über frühkindliche Bildung und Betreuung (ECEC) zeigt, dass insbesondere Mastery Experience (eigene Erfolgserlebnisse) und emotionale/affektive Zustände sehr wichtig sind, gerade bei jüngeren Kindern. Frontiers

  • Ebenso betonen Studien, dass Vorbilder und Beobachtungslernen (vicarious experiences) sowie bestärkende Rückmeldung (verbal persuasion) in der frühen Kindheit große Bedeutung haben. Frontiers+1


Praktische Methoden & Übungen für Eltern und Erzieher:innen

Hier sind bewährte Methoden, um Selbstwirksamkeit bei Kindern zu fördern — angepasst an verschiedene Altersstufen:

Altersstufe

Methoden / Übungen

Kleinkinder (0-3 Jahre)

• Geben von liebevoller Unterstützung bei ersten Motorik-Aufgaben (z. B. Krabbeln, Greifen) — Ermutigung, Geduld, Lob.


• Modellieren: Du selbst zeigst, wie du etwas machst (“Siehst du, so mache ich das”) — Kindern zuhören, nachmachen lassen.


• Kleine Herausforderungen bieten, die sie bewältigen können — z. B. ein Spielzeug greifen, eine kleine Strecke krabbeln.

Vorschulalter (3-6 Jahre)

• Aufgaben altersgerecht anpassen: nicht zu einfach, aber nicht überfordernd.


• Fehler ausdrücklich als Teil des Lernens akzeptieren und darüber sprechen („Das war schwierig, aber ich habe schon gesehen, wie du dich bemüht hast“).


• Geschichten & Bilder verwenden, in denen Kinder sehen, wie andere Kinder etwas schaffen — Vorbilder sein lassen.


• Verbale Ermutigung: „Ich glaube an dich“, „Du hast das schon öfter geschafft“.


• Selbstständigkeit fördern: Kinder Entscheidungen treffen lassen – z. B. bei Auswahl des Spiels, Kleidung, kleinen Aufgaben im Haushalt.

Grundschulalter (6-10 Jahre)

• Ziele setzen mit den Kindern: kleine, erreichbare Teilziele.


• Feedback geben, das sich auf den Prozess, nicht nur das Ergebnis bezieht: „Ich habe gesehen, wie du beim Üben dran geblieben bist“ statt nur „Gut gemacht“.


• Vorbilder und Peers einbeziehen: Freunde, ältere Geschwister oder möglicherweise Klassenkameraden als Vorbilder.


• Emotionale Kompetenz fördern: über Gefühle sprechen, Ängste ernst nehmen, Strategien zur Beruhigung einführen (z. B. Atemübungen).


• Verantwortung im Alltag übertragen: kleine Aufgaben, bei denen das Kind sieht, dass sein Beitrag zählt (Hausarbeit, Planung etc.).

Ältere Kinder / Jugendliche

• Komplexere Herausforderungen vergeben, bei denen das Kind neue Fähigkeiten entwickeln muss.


• Mentoring oder Coaching von Gleichaltrigen bzw. Erwachsenen.


• Reflexion fördern: Was habe ich getan, was hat geholfen? Was würde ich das nächste Mal anders machen?


• Eigene Stärken erkennen lassen und nutzen.


• Umgang mit Stress & Rückschlägen üben — z. B. durch Rollenspiele oder gemeinsame Problemlösungsstrategien.


Tipps zum Alltag & zur Erziehungshaltung

  • Lob für Anstrengung statt nur für Ergebnis: Kindern zeigen, dass Mühe, Wiederholung und Durchhaltevermögen wichtig sind.

  • Fehlerfreundliche Umgebung schaffen: Fehler als Teil des Lernprozesses anerkennen, Ängste vor Misserfolg reduzieren.

  • Aktives Zuhören und Bestätigung: Kinder nehmen wahr, ob ihre Gedanken und Gefühle ernst genommen werden. Das stärkt Sicherheit.

  • Vorbild sein: Eltern und Erzieher:innen sollten offen zeigen, wie sie mit Herausforderungen umgehen (z. B. wenn sie selbst etwas Neues lernen, Rückschläge einstecken).

  • Kontinuierliche Unterstützung & Ermutigung: Nicht einmalig, sondern immer wieder – über Alltagsmomente hinweg.

  • Förderung von Selbstregulation: Kindern helfen, ihre Emotionen wahrzunehmen, zu benennen und zu steuern – z. B. durch Pausen, Atemübungen, kleine Rituale.


Herausforderungen & worauf zu achten ist

  • Manche Kinder sind sensibler gegenüber negativem Feedback oder Misserfolgen — hier ist besonders wichtig, wie Rückmeldungen formuliert sind.

  • Zu hohe Anforderungen oder zu viele Aufgaben plus unrealistische Erwartungen können überfordern und Selbstwirksamkeit schwächen.

  • Vergleiche mit anderen Kindern sollten sparsam sein – sie können Selbstzweifel fördern statt sie zu helfen.

  • Unterschiedliche Temperamente: Manche Kinder brauchen mehr Sicherheit, andere profitieren schneller durch Experimente. Erziehung sollte individuell angepasst sein.


Wenn Du erfahren möchtest, wie ich Dir dabei helfen kann Deine Resilienz zu stärken, dann sollten wir mal sprechen



Quellen

  • Self-Efficacy in Early Childhood Education and Care (Y. Reyhing et al., 2021) – über die Bedeutung der Bandura’schen Quellen auch in der frühkindlichen Bildung. Frontiers

  • Self-Efficacy as a Positive Youth Development Construct (Tsang, 2012) – über wie Selbstwirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen wirkt. PMC

  • Self-Efficacy: An Important Characteristic to Develop in Children (NESCA) – viele praktische Impulse für Eltern/Erziehende. NESCA

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